Ernährung bei COPD – So geht’s richtig

Obwohl COPD eine Lungenkrankheit ist, spielt die Ernährung eine wichtige Rolle für die Lebensqualität von Betroffenen. Die meisten Menschen reagieren überrascht, wenn sie hören, dass eine gute Ernährung die Atmung positiv unterstützt. Die richtige Mischung aus Lebensmitteln kann wahre Wunder bewirken und dem Körper Energie geben. Hierbei kommt es vorwiegend auf die richtige Auswahl der Lebensmittel an und die Zubereitung.

Was hat COPD mit Ernährung zu tun?

Den Prozess zwischen Essen zu sich führen und die einzelnen Vitamine, Mineralstoffe und weiteren Nährstoffen aufzunehmen und zu verarbeiten nennt man Stoffwechsel. Sauerstoff und Lebensmittel sind die Rohstoffe des Prozesses und Energie und Kohlendioxid sind die Endprodukte. Kohlendioxid ist ein Abfallprodukt, das wir ausatmen.

Die Mischung aus den richtigen Nährstoffen hilft leichter zu atmen. Die Verstoffwechslung von Kohlenhydraten produziert am meisten Kohlendioxid. Kohlenhydrate verbrauchen am meisten Sauerstoff. Der Stoffwechsel von Fett verbraucht vergleichsweise wenig Sauerstoff und produziert am wenigsten Kohlendioxid.

Manchen Menschen hilft es, die Kohlenhydrate zu reduzieren und Fett in der Ernährung zu erhöhen. Du wirst auch weitere Gründe später bekommen, weshalb Fette weniger gefährlich sind, als sie häufig dargestellt werden.

Zu- und Abnehmen mit COPD

Ein häufiges Phänomen, welches beobachtet werden kann ist, dass Menschen mit Atemproblemen in der Folge zunehmen oder abnehmen. Trotz der ungünstigen Folgeerkrankungen aus Übergewicht ist Übergewicht durchschnittlich besser, als Untergewicht. 

Schnelles Abnehmen, bedingt durch chronische Atemwegserkrankungen, ist ein Hinweis für Systemerkrankungen. Betroffene haben das Gefühl, dass sie genügend essen, allerdings benötigt der Körper mehr Kalorien, als gewöhnlich. Dafür verantwortlich ist unter anderem der chronische Infektionsstatus.

Das beste Maß ist weiterhin, Normalgewicht zu halten, um einen Zwerchfellhochstand, Fassthorax und andere Systemerkrankungen vorzubeugen.

Bei schnellem unkontrollierten Gewichtsverlust, Nachtschwierigkeit, Appetitlosigkeit und Fieber. Sollte ein Arzt kontaktiert und mit ihm die Symptome abgeklärt werden. Diese Symptome sind unspezifische Symptome eines Karzinoms.

Unterschied zwischen COPD mit und ohne Übergewicht

Welche Lebensmittel bei COPD?

Grundsätzlich gibt es kein einzelnes Lebensmittel, das schädlich ist. Es kommt vielmehr auf die Zusammensetzung der gesamten Ernährung an. Mal ein Stück Kuchen zu essen, ist in Ordnung, wenn es nicht täglich ist. Es gibt nach diesem Prinzip ein Zitat, das bei der Ernährung ausgezeichnet Anklang findet. 

80/20 Prinzip

Das 80/20 Prinzip beschreibt, dass die Ernährung auch flexibel sein kann und es auch schön sein kann, dass man sich gut ernähren kann, ohne zu verzichten. Nach diesem Prinzip kannst du auch mal ein Stück Kuchen essen, ohne schlechtes Gewissen, denn die restliche Zeit ernährst du dich auch gesund.

Was bedeutet eine gesunde Ernährung bei COPD?

Ernährungspyramide für Menschen mit COPD

Jeder hatte schon einmal die Ernährungspyramide gesehen. Sie soll eine gesunde Ernährung darstellen. Im Großen und Ganzen ist sie auch richtig, jedoch wird den Kohlenhydraten zu viel Platz gelassen. Kohlenhydrate sind wichtig für eine gesunde Ernährung, jedoch nicht in dem Ausmaß, wie wir sie verzehren. Kaum ein Lebensmittel kommt mehr zuckerfrei aus und Zucker ist die einfachste Form von Kohlenhydraten.

Im Folgenden siehst du den Aufbau einer gesunden Ernährung. Ich gehe hier nicht auf die „20 %“ ein, die du auch mal essen darfst, was du möchtest, sondern wir schauen uns nur die wirklich gesunde und ausgewogene Ernährung an.

Gemüse und Obst

Das Wichtigste in der Ernährung ist Obst und Gemüse. Sie sind die Grundlage und sollten in jeder Mahlzeit eingebaut werden. Selbst im Frühstück und Abendbrot. Eine Empfehlung der DGE spricht von fünf Händen Obst und Gemüse am Tag. Dabei sollten es 3 Hände Gemüse und 2 Hände Obst sein.

Für die COPD ist es besonders wichtig viele Vitamine zu sich zu führen, die die Lungenfunktion unterstützen und die dich widerständiger machen.

Achtung jedoch mit Hülsenfrüchten. Bei einem schweren COPD-Verlauf kann die vermehrte Gasbildung von Hülsenfrüchten zu Druck und Engegefühl in der Brust führen. Die Portion von Erbsen, Bohnen oder Linsen sollte gering gehalten werden. 

Grundsätzlich zählt sonst jedes Gemüse und Obst dazu, denn das Wichtigste ist hierbei, dass wir genügend davon essen. 

Andere Experten sagen auch: „Je mehr, desto besser.“ Dieser Ansatz klingt sehr radikal und so weit würde ich auch nicht gehen, denn die anderen Nährstoffe sind auch wichtig. Das sollte jedoch die Wichtigkeit von Obst und Gemüse für den Körper unterstreichen.

Eiweiß bei COPD

Eiweiß (oder auch Protein) ist durch die „High Protein“ Welle leider ein wenig in Verruf gekommen. Dennoch benötigen wir Eiweiß in unserer Ernährung und davon eine ganze Menge, denn fast alles in unserem Körper besteht aus Eiweiß. Muskeln, Knochen, Bindegewebe … alles besteht aus Eiweiß. Um diese Masse auch im Alter aufrecht zu halten, ist Eiweiß enorm wichtig und sollte täglich zu jeder Mahlzeit gegessen werden. Eine Eiweißquelle sollte zu jedem Essen dazu gehören. Vor allem, weil Eiweiß uns länger satt hält als Kohlenhydrate und Fette und tatsächlich weniger Kalorien haben als Fette und Kohlenhydrate.

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt für jede Person einen täglichen Bedarf von mindestens 0,8 g pro kg Körpergewicht. Das entspricht bei einer 80 kg schweren Person 60 g Eiweiß am Tag. Die meisten Studien sagen jedoch aus, dass eine erhöhte eiweißreiche Ernährung von 1 bis 1,5 g pro kg Körpergewicht deutlich gesünder für den Körper ist.

Die einzige Gruppe an Menschen, die mit erhöhten Eiweißmengen aufpassen sollte, sind Menschen mit einer Nierenerkrankung. In diesem Fall sollte dein Nephrologe dir eine persönliche Empfehlung zu deinem Essverhalten geben.

Die Kombination aus der angepassten Ernährung, eiweißhaltiger Nahrung und körperliche Bewegung trägt zum Erhalt und Aufbau von Muskulatur bei.

In der Ernährung bei COPD sind Fette wichtig

Wenn man an Fette denkt, denken viele an deftiges Fleisch, Burger, Pommes und viele weitere ungesunde Lebensmittel. Entscheidend für die Gesundheit ist die Wertigkeit der Fette.

Es macht einen großen Unterschied für den Körper, ob wir viele gesättigte Fettsäuren oder Transfette essen oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren. 

Die einfach gesättigten und Transfetten kann man ganz einfach gesagt, als die „schlechten“ Fette ansehen, die wir weniger essen sollten und die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind die Fette, die wir mehr essen sollten.

Grundsätzlich benötigen wir Fett in der Ernährung, um gesund zu bleiben und uns wohlfühlen. Unser Gehirn und unsere Nerven benötigen Fette, um sich zu erholen. Auch für viele Hormone benötigen wir Fette.

Eine grobe Faustformel ist etwa 60–70 Gramm Fett am Tag. Je nach Körperbau kann diese Zahl auch abweichen. Dabei sind Zahlen immer nur ein grober Richtwert. 

Viel wichtiger sind die Quellen, woher du deine Fette für eine gesunde Ernährung bei COPD beziehen solltest. Du solltest täglich eine Portion einer dieser Lebensmittel in deiner Ernährung einbauen.

  • Olivenöl
  • Fisch
  • Samen 
  • Hartkäse
  • Steinfrüchte (wie Avocados)
  • Nüsse

Kohlenhydrate in der Ernährung bei COPD

Zuletzt kommen die Kohlenhydrate. Zwar gehören Kohlenhydrate in unsere Ernährung und können auch nährstoffreiche Lebensmitteln enthalten sein, allerdings geben wir in der deutschen Ernährung zu viel Wert auf Kohlenhydrate. Wir sollten Kohlenhydrate nur als Beilage oder als Topping sehen. Häufig sind Nudeln, Kartoffeln, die Basis einer Mahlzeit. Es geht hierbei nicht um den gesamten Verzicht, sondern um die Menge, in der Kohlehydrate gegessen werden.  Anstatt Pasta als Basis einer Mahlzeit zu machen, sollte es hier das Gemüse sein.

Es geht auch darum, welche Kohlenhydrate gegessen werden. Da Kohlenhydrate im Stoffwechsel sehr viel Sauerstoff verbrauchen, kann diese Umwandlung bei einer chronischen Bronchitis zu vermehrter Kurzatmigkeit führen. Auch die Verschleimung der Atemwege wird angeregt.

Dafür ist die Qualität der Kohlenhydrate entscheidend. Du hast sicher bereits gehört, dass Zucker nicht gut für uns ist und zu vielen Krankheiten führen kann. Zucker sind Kohlenhydrate. Das bedeutet jedoch nicht, dass Kohlenhydrate ungesund sind.

Ein Vollkornbrot oder Obst sind sehr gesund und sollten wir auch regelmäßig essen. Bei Kohlenhydraten kommt es auf die Menge und die Qualität, des Lebensmittel an.

Ebenso ist natürlich auch ein ausgewogener Wasserhaushalt wichtig. Vielen Menschen fällt es schwer, ausreichend Wasser zu trinken. Dafür kann Tee eine Alternative sein. Dieser hat zusätzlich noch den positiven Effekt, dass er Schleim lösen kann.

Welche Lebensmittel mit COPD vermeiden?

Grundsätzlich gibt es kein ausdrückliches Verbot für explizites Lebensmittel. Es kommt auf die Menge der Lebensmittel an und welche Probleme sie verursachen. Es gibt Lebensmittel, die verschleimend wirken oder zu einer hohen Belastung des Verdauungstrakts führen, dass die betroffene Person danach Atemprobleme bekommt. 

Falls du ein Lebensmittel nicht verträgst, weil du vermutest, dass es zu Problemen führt, dann reduziere die Menge, die du von dem Lebensmittel isst oder streiche es ganz aus deiner Ernährung. 

Es gibt jedoch Lebensmittel, die besonders häufig Probleme verursachen, wie starke Verschleimung. Das sind insgesamt fünf Lebensmittelgruppen.

  1. Käseprodukte
  2. Obst mit einem hohen Zuckeranteil
  3. Süßigkeiten
  4. Süßgetränke
  5. Fettreiches Fleisch

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