Schmerzen beim Atmen – Nicht immer das Herz

Häufig wird nur über die Krankheit gesprochen, die Brustschmerzen verursacht, aber nur selten wird über die Schmerzen beim Atmen direkt gesprochen. Im Notfall muss der Arzt sofort erkennen, ob es sich um einen Notfall handelt oder ob es noch eine andere Ursache für die Schmerzen gibt. Denn nicht immer müssen Schmerzen in der Brust ein Herzinfarkt sein. Wann solltest du zum Arzt und wie kannst du es selbst erkennen, ob es sich um einen Notfall handelt?

Was können Schmerzen beim Atmen bedeuten?

Wichtig: Schmerzen in der Brust sind nicht unbedenklich. Sollte ein Verdacht bestehen, dass es sich um einen Herzinfarkt handelt, dann zählt jede Minute. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich und muss ärztlich behandelt werden. Im Weiteren kannst du lesen, was die Symptome eines Herzinfarktes sind, denn nicht jeder Herzinfarkt muss mit Brustschmerzen auftreten, ebenso sind nicht jede Brustschmerzen ein Herzinfarkt. 

Wenn der Kardiologe und Internist Organerkrankungen ausschließen können, dann kommen meistens die Schmerzen aus dem sogenannten “Muskulo-Skeletalen-Bereich”. Die Suche nach der Ursache kann einige Gründe haben, im Folgenden erfährst du welche Gründe es gibt und du erfährst, wie du selbst erkennen kannst, wo dein Schmerz wahrscheinlich herkommt.

Was verursacht Schmerzen beim Atmen?

Wir sprechen von Brustschmerzen, um alle Schmerzen oder Beschwerden im Bereich des Brustkorbs zu bezeichnen, der sich zwischen Hals und Bauch befindet: Hier befinden sich Herz und Lunge. Es kann unter anderem ein Brennen, Kneifen, Engegefühl oder „Stechen “ sowie eine Form von Krampf sein. In manchen Fällen ist der Schmerz in der Brust sehr intensiv, in anderen ist er diffuser. Ebenso kann er plötzlich auftreten oder sich allmählich einstellen, bei Anstrengung oder in Ruhe auftreten.

Es gibt viele mögliche Ursachen für Brustschmerzen. Von Gürtelrose, die meist von einem Hautausschlag begleitet wird, bis zu einfachen Muskelschmerzen, einschließlich des Bruchs einer Rippe nach einem Schock, Reflux oder sogar Stress. Zu den am meisten gefürchteten Ursachen gehören verschiedene Herz-, Gefäß- und Atemwegserkrankungen, von denen die bekanntesten sind:

  • Myokardinfarkt und Angina pectoris
  • Lungenembolie
  • schwere Perikarditis (Entzündung des Herzmuskels)
  • Riss der Aorta
  • schwerer Pneumothorax

Es gibt auch Fälle von Brustschmerzen, wenn das betroffene Organ im Bauchraum liegt, wie eine Blinddarmentzündung oder Erkrankung der Bauchspeicheldrüse.

Wenn eine Organerkrankung ausgeschlossen werden kann, treten die Schmerzen meistens im Muskuloskelettalen Bereich auf. Das bedeutet im Muskel, Knochen oder Sehnen Bereich auf. Es können ebenso die Faszien sein.

Blockiertes Wirbelgelenk

Zug auf den Wirbelkörper führt zu Kurzatmigkeit

Die häufigste Ursache, weshalb Patienten zur Physiotherapie gehen, wenn es um Schmerzen beim Atmen geht, handelt es sich um eine Blockierung eines Wirbelgelenkes. Dabei handelt es sich nicht um das falsche Stehen eines Wirbelkörpers, sondern es wird vermutet, dass die Muskulatur an dem Wirbelkörper unnatürlich stark zieht. Das typische Symptom einer Brustwirbelblockade ist das erschwerte Einatmen. Die Ursache für solch eine Blockade liegt meistens an einem Trauma, wie einem Unfall oder an einem sogenannten Bagatelltrauma. Ein Bagatelltrauma bedeutet, dass eine Bewegung durchgeführt wurde, die zu der Schädigung geführt und diese nicht wahrgenommen wurde. 

In der Regel kann eine Blockierung durch physiotherapeutische Behandlung in wenigen Sitzungen wieder behoben werden. Dafür stehen dem Therapeuten unterschiedliche Techniken zur Verfügung, wie manuelle Techniken.

Solltest du keinen Termin bei einem Physiotherapeuten bekommen, da viele Praxis eine große Vorlaufzeit haben, kannst du es auch selbst probieren diese Blockade zu lösen. Achte nur darauf, dass du mit leichten bis moderaten Druck arbeitest, solltest du Schmerzen während der Übung verspüren, solltest du diese Übung lassen und Rücksprache mit deinem Physiotherapeuten halten.

Verspanntes Zwerchfell

Ebenso kann ein verspanntes Zwerchfell Schmerzen beim Atmen auslösen. Das Zwerchfell ist der größte und wichtigste Atemmuskel. Durch die Verspannung des Zwerchfells können ähnliche Symptome auftreten, wie bei einer Brustwirbelblockierung oder einem Herzinfarkt. Die genaue Unterscheidung anhand der Symptome ist schwierig. 

Schmerzen beim Atmen - Zwerchfell

Was ist das Zwerchfell?

Das Zwerchfell ist der größte Atemmuskel in unserem Körper und der zweitwichtigste Muskel. Nur das Herz hat noch eine wichtigere Funktion. Es teilt unseren Bauchraum von unserem Brustkorb und schützt die Lunge und das Herz. Die wichtigste Funktion dieses Muskels ist, die Lunge bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Dafür zieht sich das Zwerchfell nach unten, Richtung Bauchraum und vergrößert den Platz im Brustkorb. Dadurch wird der Bauch dick, wenn wir einatmen und wieder flacher, wenn wir ausatmen. 

Das Zwerchfell ist eine geschlossene Kuppel und lässt nichts durch, außer wenige Röhren, die den Bauchraum mit dem Brustkorb verbinden. Diese Röhren sind einmal die Speiseröhre, zwei Gefäße, Nervenbahnen und eine Lymphbahn. 

Wenn das Zwerchfell verspannt kann es dazu kommen, dass diese Bahnen langsamer in ihrer Funktion werden. Die Folge sind Wassereinlagerungen in den Beinen. 

Was tun bei einer Zwerchfellverspannung?

Auch wenn die Schmerzen stark sein können, so ist in der Regel eine Zwerchfellverspannung harmlos. Sie kann sich über Monate und Jahre aufbauen und damit Kurzatmigkeit begünstigen, kann jedoch in wenigen Behandlungen wieder gelockert werden. 

Ein Osteopath oder Physiotherapeut, der sich mit dem osteopathischen Konzept ausgekannt, kann die Muskelstrukturen lockern. 

Solltest du nicht in physiotherapeutischer Behandlung sein, dann kannst du es auch mit einer eignen Mobilisation probieren. Hierfür probiere aus, dein Zwerchfell zu massieren.

Zwerchfellmassage

  • Setze dich auf ein Sofa und lehne dich hinten gemütlich an.
  • Suche deinen Rippenbogen mit deinen Fingerspitzen.
  • Gehe eine Fingerbreite unter deinen Rippenbogen.
  • Atme einmal tief ein und anschließend tief aus.
  • Während der Ausatmung schiebst du deine Finger in die Bauchdecke, mit leichtem Druck.
  • Lasse deine Finger dort, bis du wieder einatmen musst. 
  • Wiederhole diese Übung für mehrere Male.

Sollten die Schmerzen während der Übung zu stark werden, dann breche die Übung ab und spreche dich mit deinem behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten ab.

Wann du keine Zwerchfellmassage durchführen darfst

Bei einer Zwerchfell Hernie ist die Zwerchfellmassage verboten, da hier Gewebeschäden vorhanden sind. Eine Zwerchfellhernie kann unter Umständen dieselben Symptome verursachen, wie eine Verspannung, daher ist die Unterscheidung schwierig als Betroffener. Es ist definitiv sinnvoll, Schmerzen beim Atmen immer mit dem Arzt abzuklären und die Ursache für deine Schmerzen herauszufinden.

Weitere Ursachen für Schmerzen beim Atmen

Um selbst frühzeitig zu erkennen, welche Ursache die Schmerzen beim Atmen verursachen, solltest du die Symptome von den häufigsten Erkrankungen kennen. Bei einem Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Lungenembolie zählt jede Minute.

Symptome bei einem Herzinfarkt

Typische Symptome eines Herzinfarktes sind Schmerzen in der Brust, Schwierigkeit und Atemnot. Diese Symptome müssen jedoch nicht auftreten. Je nach Person und Ausprägung des Herzinfarktes können die Beschwerden sehr unterschiedlich sein und sogar ohne Beschwerden verlaufen.

Sollten keine Symptome erkennbar sein, nennt man dies einen asymptomatischen Verlauf.

Ebenso muss man auch zwischen Frauen und Männern unterscheiden, da Männer meistens ausgeprägtere Symptome zeigen, als Frauen.

  • Der Betroffene hat starke Schmerzen in der Brust und möglicherweise Ausstrahlungen in den linken Arm oder Unterkiefer.
  • Die Person ist geschwächt und hat wenig Energie.
  • Die Hautfarbe kann sich blass-gräulich verfärben.
  • Der Betroffene hat Angst und ist sehr unruhig.

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