Exazerbation: Was ist das und wie behandelt man sie?

Exazerbation – was ist das?

Exazerbation bedeutet, dass eine Erkrankung oder Beschwerde sich verschlimmert oder zum ersten Mal auftritt. Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen. So kann unter anderem eine bestimmte Medikamenteneinnahme die Symptome der Erkrankung verstärken, es können aber auch stressige Lebensumstände die Symptome verschlimmern. Eine Exazerbation sollte stets ernst genommen und sollte von einem Arzt untersucht werden. Die Ursache für die Exazerbation muss geklärt werden, damit gezielt der Schub behandelt werden kann. In vielen Fällen kann die Ursache aber nicht festgestellt werden. In diesem Fall muss versucht werden, die Symptome so gut es geht zu lindern.

Symptome einer Exazerbation

Wenn du an einer Erkrankung leidest, bei der Exazerbationen auftreten können, ist es wichtig, dass du diese richtig erkennst und behandelst. Viele Menschen nehmen ihre Symptome nicht ernst genug und ignorieren sie, bis es zu spät ist. Wenn du jedoch weißt, was für Anzeichen auf eine Exazerbation hinweisen, kannst du schnell handeln und entsprechende Behandlungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. Einige der häufigsten Anzeichen für eine Exazerbation sind:

  • Atemnot
  • Husten 
  • Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
  • Schwindel 
  • Herzrasen 
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Schwäche oder Müdigkeit 
  • Kopfschmerzen 
  • Benommenheit oder Orientierungslosigkeit

Ursachen von Exazerbationen

Exazerbationen können auf viele verschiedene Faktoren zurückzuführen sein. Es ist wichtig, dass du die Faktoren erkennen kannst, die bei dir eine Exazerbation auslösen können. Einige der häufigsten Ursachen für Exazerbationen sind: 

Stress: Stress ist einer der häufigsten Auslöser für Exazerbationen. Es ist wichtig, Stress abzubauen und eine gesunde Work-Life-Balance zu finden. 

Infektionen: Atemwegsinfektionen sind die häufigste Ursache für Exazerbation bei Patienten mit COPD oder Asthma. Daher ist es wichtig, dass du dich vor Infektionen schützt, z. B., indem du regelmäßig die Hände wäschst und Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken annimmst. 

Umweltfaktoren: Verunreinigte Luft, Rauch und Insektenstiche können ebenfalls Exazerbation verursachen. Es ist daher wichtig, dass du versuchst, möglichst viele dieser Faktoren zu vermeiden. 

Medikamente: Einige Medikamente können die Symptome von COPD oder Asthma verschlimmern und so zu einer Exazerbation führen. Wenn du eines dieser Medikamente einnehmen musst, dann spreche mit deinem Arzt über die möglichen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Um die Ursachen von Exazerbation festzustellen und diese zu vermeiden, solltest du regelmäßige Kontrolltermine bei deinem Arzt vereinbaren. Er kann dir helfen, die Risikofaktoren für Exazerbation zu identifizieren und Strategien zur Vorbeugung zu entwickeln. 

Auch das Bewusstsein für mögliche Anzeichen von Exazerbation sollte gesteigert werden, damit rechtzeitige Maßnahmen ergriffen werden können, um einer Verschlimmerung entgegenzuwirken und Komplikation vorzubeugen.

So erkennst du eine Exazerbation

Das Auftreten einer Exazerbation ist schwierig vorherzusagen, da die Anzeichen innerhalb von wenigen Stunden auftreten oder über mehrere Tage sich anbahnen können.

Anzeichen einer Exazerbation können sehr unterschiedlich sein und von leichten Symptomen wie Husten oder Atemnot bis zu schweren Symptomen wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen oder pochenden Schläfen reichen. Die folgenden Anzeichen sollten als Alarmzeichen verstanden und an Ihren Arzt weitergeleitet werden: 

  • Plötzliches Auftreten von stärkeren Symptomen. 
  • Verschlimmerung der Symptome, insbesondere der Atemnot. 
  • Veränderung des Hustens (z. B. plötzlich trockener Husten nach langer Zeit mit Schleim) 
  • Anstrengungserhöhung bei üblichen Aktivitäten oder sogar in Ruhephase. 
  • Vermehrtes Wasserlassen und/oder durstiges Gefühl, obwohl viel getrunken wird.

Falls du eines dieser Anzeichen feststellst, kontaktiere umgehend deinen Arzt!

Die Behandlung einer Exazerbation

Eine Exazerbation der COPD ist ein schubartiges Auftreten oder Verschlimmerung von Symptomen. Die Behandlung besteht aus einer Kombination von Medikamenten und anderen Maßnahmen, die darauf abzielen, die Entzündung zu lindern und Schleimablagerungen in den Bronchien zu entfernen. Antibiotika werden häufig verschrieben, um bakterielle Infektionen zu behandeln, die für eine Exazerbation der COPD verantwortlich sein können. Steroidhaltige Inhalationen werden ebenfalls häufig verschrieben, um die Symptome der Entzündung zu lindern. Exazerbationen der COPD können auch durch andere Erkrankungen verursacht werden, wie durch Lungenentzündung oder Herzinsuffizienz. Die Behandlung dieser Grunderkrankung ist daher ebenfalls von Bedeutung.

Richtiges Verhalten bei einer Exazerbation

Durch das eigene Verhalten kannst du die Symptome reduzieren und eine drohende Exazerbation abschwächen. Durch eine richtige Vorbereitung und Bewusstsein für den Fall, dass du eine Exazerbation bekommen kannst, kannst du die Beschwerden deutlich reduzieren.

Medikamente

Personen, die gut medikamentös eingestellt sind, haben in der Regel ein Bedarfsmedikament, solltest du unter Atemnot geraten. Sofern die Absprache mit deinem Arzt dies zulässt, solltest du dein Medikament einnehmen, um die Symptome zu reduzieren. Dies kann bis zu 10 Minuten dauern, bis das Medikament anschlägt.

Nutze Atemerleichternde Stellungen

In einige Körperhaltungen ist das Atmen leichter als in anderen Positionen. Du solltest es vermeiden im Bett zu liegen bei Atemnot, da die Schwerkraft auf den Brustkorb drückt und das Atmen deutlich erschwert. 

Der Oberkörper sollte aufgerichtet sein, um das Atmen zu erleichtern.

Alle Atem erleichternden Stellungen findest du hier.

Nutze Atemübungen

Bei Atemwegserkrankungen, wie einer COPD oder Asthma ist die Überlastung des Bronchialgewebes ein erhebliches Problem für die Sauerstoffaufnahme. Durch Kollabieren der Bronchien kann der Sauerstoff nicht mehr optimal aufgenommen werden. Die Reaktion des Körpers ist daraufhin eine Erhöhung der Atemfrequenz. 

Durch Atemtechniken kann ein Widerstand mit den Lippen erzeugt werden, der einen gewollten Rückstau in den Bronchien erzeugt. Dieser Rückstau öffnet die Bronchien und erleichtert das Atmen erheblich. Diese Technik heißt Lippenbremse. Eine Alternative zu der Lippenbremse wären Atemtrainer, die einen Widerstand in der Ausatmung bieten.

Komplikationen

Eine COPD kann schwere Komplikationen verursachen, insbesondere bei Patienten mit einer fortgeschritteneren Erkrankung. Zu den möglichen Komplikationen neigen sich folgende: 

  • Atemnot 
  • Herzschwäche 
  • Lungenödem (Anschwellendes Gewebe in der Lunge) 
  • COPD kann auch das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen, an erster Stelle für Lungenkrebs.

Vermeide es, eine Exazerbation zu bekommen!

Eine Exazerbation ist ein Anfall von akuter Atemnot, der durch eine Verschlimmerung der COPD-Symptome verursacht wird. Exazerbation können schwerwiegend sein und sogar tödlich enden. Die Vermeidung dieser Zustände ist daher von entscheidender Bedeutung. Um die Wahrscheinlichkeit einer Exazerbation zu verringern, sollten Patienten mit COPD folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Vermeide Tabakrauch
  • Vermeide Erkältungs- und Grippeviren 
  • Halte deine Lunge gesund und sauber (z. B. durch regelmäßiges Inhalieren)

Atemübungen gegen Exazerbationen

Zur Vorbeugung von Lungenentzündungen werden Atemübungen im Krankenhaus verwendet. Sie schützen den Patienten, keine infektiöse Erkrankung der Atemwege zu bekommen, des Weiteren bleibt der Patient aktiv und hat weniger Schwierigkeiten, wenn er wieder zu Hause ist. Atemübungen sollten Menschen mit COPD oder Asthma in ihrer wöchentlichen Routine aufnehmen, um aktiv die Lunge zu stärken und Exazerbationsschübe zu reduzieren und sogar zu vermeiden.

Mehr Atemübungen bei COPD kannst du hier weiterlesen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Viele Menschen, die mit COPD leben zu Beginn eine lange Zeit relativ symptomfrei, aber es gibt bestimmte Situationen, in denen es ratsam ist, den Arzt aufzusuchen: Wenn du neue oder andere Symptome bemerkst.

  • ..Wenn deine Symptome anhalten oder sich plötzlich rapide verschlimmern.
  • ..Wenn du Schwierigkeit hast, deinem normalen Aktivitätsniveau nachzukommen.
  • ..Wenn deine Atemnot nachts regelmäßig auftritt.
  • ..Wenn du Husten mit Schleim produzierst, der grün, gelb oder braun ist.
  • ..Wenn du Fieber hast.
  • ..Wenn du das Gefühl hast, dass deine COPD-Medikamente nicht mehr richtig wirken. 

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